Regeneration
PRP / ACP (Vampire Lift)
Plättchenreiches Plasma aus eigenem Blut — Hautregeneration mit körpereigenen Wachstumsfaktoren. Auch bei Narben und Haarwurzel-Stimulation.
Regeneration mit Ihrem eigenen Material.
Es gibt eine Behandlung, bei der wir nicht einmal eine Fremdsubstanz benötigen — Ihr eigenes Blut liefert das Material. Aus einer kleinen Blutprobe wird in einer Zentrifuge das plättchenreiche Plasma (PRP, in der Sportmedizin auch ACP genannt) gewonnen. Dieses Plasma enthält körpereigene Wachstumsfaktoren in konzentrierter Form.
Das ist kein Marketing-Trick. Plättchen sind Zellbestandteile, die bei jeder Wundheilung als Erste mobilisiert werden — sie geben Signale ab, die Fibroblasten zur Kollagen-Produktion und Geweberegeneration anregen. Beim sogenannten Vampire Lift nutzen wir genau diesen Mechanismus gezielt im Gesicht, am Hals, im Dekolleté und an der Kopfhaut.
Was diese Behandlung von Filler-basierten Verfahren unterscheidet: höchste Verträglichkeit. Es gibt nichts Körperfremderes als das eigene Material. Allergien oder Unverträglichkeiten sind ausgeschlossen. Die Wirkung ist allerdings sanfter und kommt graduell — kein sofortiges Volumen-Ergebnis wie bei Hyaluron. Wer sofortige Veränderung will, ist hier falsch. Wer langfristig Hautqualität verbessern oder regenerative Effekte unterstützen möchte, ist hier richtig.
Was ist PRP — und warum spricht man von Vampire Lift?
Plättchenreiches Plasma (PRP) ist konzentriertes Plasma aus dem eigenen Blut. Der Ablauf: Etwa 10 bis 30 ml Blut werden in ein spezielles Röhrchen abgenommen und in einer Zentrifuge so aufbereitet, dass sich die Zellbestandteile trennen. Das plättchenreiche Plasma — der Anteil mit der höchsten Konzentration an Wachstumsfaktoren — wird entnommen und sofort weiterverarbeitet.
Der Begriff Vampire Lift ist eine Marketing-Bezeichnung, die der US-amerikanische Arzt Charles Runels Anfang der 2010er-Jahre für eine spezielle Kombinationsbehandlung geprägt hat: PRP plus Hyaluronsäure-Filler. Heute wird der Begriff meist allgemeiner für PRP-Anwendungen im Gesicht verwendet. In der Sportmedizin wird das gleiche Verfahren seit über 20 Jahren genutzt — dort meist unter dem Namen ACP (Autologous Conditioned Plasma) — etwa zur Behandlung von Sehnenverletzungen oder bei Gelenkbeschwerden.
Das gewonnene PRP wird mit feinen Nadeln in die Haut eingebracht — flächig in mesotherapeutischer Technik oder gezielt in bestimmte Falten oder Narbenregionen. Die Wachstumsfaktoren wirken über die folgenden Wochen und Monate: Fibroblasten produzieren Kollagen, die Hautregeneration wird angeregt, die Mikrozirkulation verbessert sich.
Eine besondere Anwendung ist die Haarwurzel-Stimulation bei beginnendem oder bereits sichtbarem Haarausfall. PRP wird in die Kopfhaut eingebracht und kann ruhende Haarfollikel reaktivieren — eine etablierte Indikation, die häufig parallel zur ärztlich verordneten medikamentösen Behandlung erfolgt.
- Gesicht — Hautqualität, feine Linien, frischerer Teint
- Hals und Dekolleté — gegen frühe Halsfältchen und Sonnenschäden
- Narben — Akne-Narben, postoperative Narben, atrophische Narben
- Dehnungsstreifen — frühe Stadien gut ansprechbar
- Kopfhaut / Haarwurzel — bei beginnendem oder sichtbarem Haarausfall (androgenetisch oder durch Stress)
- Kombination mit Hyaluron-Fillern — das klassische Vampire-Lift-Konzept
Für wen ist PRP sinnvoll?
PRP eignet sich für Patientinnen, die regenerative Effekte und Hautqualität in den Vordergrund stellen — und keine sofortigen Volumenveränderungen brauchen. Auch sinnvoll bei besonders sensibler Haut, bei Unverträglichkeit gegenüber Hyaluron oder bei beginnendem Haarausfall.
- Nachlassende Hautqualität an Gesicht, Hals oder Dekolleté
- Feine Hautfalten und Knitterstruktur, kein deutlicher Volumenverlust
- Akne-Narben oder ungleichmäßige Hautstruktur
- Beginnender oder sichtbarer Haarausfall (auch in Kombination mit anderen Therapien)
- Wunsch nach körpereigenem Material — keine Fremdsubstanz
- Bereitschaft für 3 Sitzungen im Abstand von 4 bis 6 Wochen und jährliche Auffrischung
So läuft eine PRP-Behandlung ab
Beratung & Indikationsprüfung
Wir besprechen, welche Region behandelt werden soll und welche Erwartung realistisch ist. PRP ist kein „Lifting“ — es ist eine Hautqualitäts-Behandlung. Wenn Sie sofortige Volumenveränderung wollen, wäre ein klassischer Filler die bessere Wahl. Bei Haarausfall fragen wir nach Grunderkrankungen und ggf. medikamentösen Vortherapien.
Blutentnahme & Zentrifugation
Wir entnehmen 10 bis 30 ml Blut aus der Armvene — vergleichbar mit einer normalen Blutabnahme beim Hausarzt. Das Blut wird in spezielle Röhrchen gegeben und in einer medizinischen Zentrifuge aufgetrennt. Das gewonnene PRP wird sofort weiterverarbeitet und unmittelbar danach injiziert.
Injektion
Vor der Injektion tragen wir betäubende Creme auf die Behandlungsregion auf. Die Injektionen erfolgen mit sehr feinen Nadeln in mesotherapeutischer Technik (viele kleine Einstiche) oder gezielt in spezifische Falten oder Narben. Eine Sitzung dauert je nach Region 30 bis 60 Minuten. Direkt nach den Einstichen sind kleine rote Punkte sichtbar — sie verschwinden innerhalb von Stunden.
Nachsorge & Folgesitzungen
Nach der Behandlung empfehlen wir, in den nächsten 24 Stunden keine Eiskühlung anzuwenden und kein Ibuprofen zu nehmen — beides würde den Heilungsprozess hemmen, den wir gerade ausgelöst haben. Sport, Sauna und Sonne meiden Sie für 1 bis 2 Wochen. Die Erstbehandlung wird typischerweise in 3 Sitzungen im Abstand von 4 bis 6 Wochen durchgeführt — danach reicht meist eine jährliche Auffrischung.
Was Sie erwarten können
Direkt nach der Behandlung sehen Sie kleine rote Pünktchen an den Einstichstellen — sie verschwinden meist innerhalb weniger Stunden. Es gibt keinen sofortigen sichtbaren „Lifting-Effekt“ — das ist Erwartungsmanagement, das wir vor jeder Behandlung explizit machen.
Erste Effekte zeigen sich nach 4 bis 6 Wochen — ein leicht verbesserter Hautton, weniger spürbare feine Hautstruktur. Das Endergebnis nach 3 bis 6 Monaten ist ein insgesamt frischeres Hautbild — Patientinnen beschreiben es meist als „die Haut wirkt gesünder“, ohne genau benennen zu können, was sich verändert hat. Das ist gewollt, denn der Effekt entsteht aus der allgemeinen Regeneration, nicht aus einer punktuellen Korrektur.
Bei der Haarwurzel-Behandlung dauert das Endergebnis länger — die Wachstumszyklen der Haare erstrecken sich über Monate. Erste sichtbare Effekte sind nach 3 bis 6 Monaten zu erwarten, das Endergebnis nach 9 bis 12 Monaten. Mehrere Sitzungen (typischerweise 3 bis 6 in einem Jahr) sind hier Standard.
Weitere Behandlungen, die für Sie infrage kommen können
Häufige Fragen
Ist PRP wirklich wirksam — oder Hype?
Die Datenlage ist gemischt. In der Sportmedizin (als ACP) gibt es seit 20+ Jahren systematische Studien, die regenerative Effekte bei bestimmten Indikationen belegen — Sehnenverletzungen, Knorpelschäden, Wundheilung. In der ästhetischen Medizin sind die Studien kleiner und die Effekte subtiler. Wir sehen PRP als sinnvolle Komponente bei Hautqualität und Haarwachstum — aber nicht als Wunderbehandlung. Wer einen dramatischen Effekt erwartet, wird enttäuscht. Wer ein körpereigenes regeneratives Verfahren ergänzend zu anderen Behandlungen einsetzen möchte, ist hier richtig.
Was ist der Unterschied zwischen PRP und ACP?
Beide Verfahren basieren auf demselben Prinzip — Konzentration der Plättchen und Wachstumsfaktoren aus dem eigenen Blut. ACP (Autologous Conditioned Plasma) ist ein spezifisches System der Firma Arthrex und wird vor allem in der Sportmedizin verwendet. Es enthält keine roten und keine weißen Blutkörperchen (sogenanntes leukozytenarmes PRP), was es für entzündungsempfindliche Regionen geeignet macht. In der ästhetischen Anwendung sind die Unterschiede in der Praxis gering.
Welche PRP- und ACP-Systeme werden in der Praxis verwendet?
Wir arbeiten je nach Indikation mit verschiedenen klinisch etablierten Systemen — etwa Arthrex ACP (der Sportmedizin-Standard, leukozytenarm), Regenlab RegenKit-PRP und Cellular Matrix (PRP mit Hyaluronsäure-Kombination), Mybio Selphyl oder Eclipse PRP. Alle eingesetzten Kits sind als Medizinprodukte in der EU zugelassen und folgen festgelegten Zentrifugationsprotokollen. Die konkrete Wahl hängt vom Anwendungsgebiet ab: für die Augenregion und sehr empfindliche Haut bevorzugen wir leukozytenarme Systeme, für die Kopfhautbehandlung sind Systeme mit höherer Wachstumsfaktoren-Konzentration sinnvoll.
Was ist der Unterschied zu Polynukleotiden?
Beide sind regenerative Verfahren. PRP nutzt Ihre eigenen Plättchen und Wachstumsfaktoren — höchste Verträglichkeit, aber stark abhängig von Ihrer individuellen Blutzusammensetzung. Polynukleotide (PDRN) nutzen aufbereitete DNA-Fragmente aus Lachs-Sperma — eine standardisierte Substanz mit identischer Wirkstärke pro Dosis. Polynukleotide haben zusätzlich einen entzündungshemmenden Effekt und sind besonders sanft (auch unter den Augen anwendbar). Wer maximal körpereigen will, wählt PRP; wer eine standardisierte und besonders sanfte Wirkung will, Polynukleotide. Beide kombinierbar.
Tut die Behandlung weh?
Die Blutentnahme entspricht einer normalen Blutabnahme. Die Injektion in die Haut wird unter betäubender Creme als spürbar, aber gut auszuhalten beschrieben. An empfindlicheren Regionen (Lippen, Periorbital) ist die Behandlung intensiver — wir kühlen zusätzlich oder warten länger mit der Creme.
Vampire Lift mit Hyaluron — was ist das genau?
Beim klassischen Vampire-Lift-Konzept wird das PRP mit Hyaluronsäure gemischt oder direkt nach der PRP-Behandlung Hyaluron gespritzt. Die Idee: Hyaluron gibt sofortiges Volumen, PRP wirkt über Monate regenerativ. Wir kombinieren beide Verfahren, wenn es zur Indikation passt — also wenn sowohl Volumenmangel als auch Hautqualität gleichzeitig adressiert werden sollen.
Haarwachstum durch PRP — wann lohnt sich das?
Bei beginnendem oder bereits sichtbarem androgenetischem Haarausfall ist PRP eine etablierte Ergänzungstherapie. Wichtig: Es ersetzt keine medikamentöse Behandlung (Minoxidil, Finasterid bei Männern, andere bei Frauen), sondern ergänzt sie. Erste sichtbare Effekte zeigen sich nach 3 bis 6 Monaten, das Endergebnis nach 9 bis 12 Monaten. Mehrere Sitzungen pro Jahr sind Standard.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Da körpereigenes Material verwendet wird, sind echte Komplikationen sehr selten. Häufig: Rötung und kleine Blutergüsse an den Einstichstellen (verschwinden in 1 bis 3 Tagen). Selten: Schwellungen, Druckgefühl. Sehr selten: lokale Entzündungen oder bei tiefer Injektion Hämatombildung. Wichtig: keine Eiskühlung und kein Ibuprofen in den ersten 24 Stunden — beides hemmt die Heilungsprozesse, die wir gerade auslösen.
Wie lange hält das Ergebnis?
Im Gesicht: Das Ergebnis baut sich kumulativ über die 3 Erstsitzungen auf. Eine jährliche Auffrischung erhält den Effekt. Ohne Auffrischung baut sich das Ergebnis langsam zurück, weil der Stimulus ausbleibt — der reine PRP-Effekt selbst ist nicht „dauerhaft“ wie ein chirurgischer Eingriff. An der Kopfhaut: Erhaltungstherapie ist ebenfalls nötig, sonst geht die Wirkung zurück.
Die auf dieser Seite genannten Methoden, Verläufe und Erholungszeiten sind allgemeine Orientierungswerte. Welches Verfahren bei Ihnen sinnvoll ist und welches Ergebnis individuell zu erwarten ist, lässt sich erst nach persönlicher Untersuchung und ärztlicher Aufklärung beurteilen. Eine Erfolgsgarantie kann es bei ärztlichen Eingriffen nicht geben.
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